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Der Abendkranich
Tanz-Theater nach Junji Kinoshita
Inszenierung: Andreas May
Choreographie: Olatz Araboalaza
Bühne und Kostüme: Stephan F. Rinke
Dramaturgie: Heike Talea Dreyer
Tsu, als Kranich: Olatz Araboalaza
Tsu, als Mensch: Anja Bilabel
Yohyo: Konrad Haller
Sodo-Unzu: Philipp Sebastian
Premiere am 10. Oktober 2002,
Wolfgang Borchert Theater Münster
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Das Märchen
Yohyo rettet einem angeschossenen
Kranich das Leben. Aus Dankbarkeit verwandelt sich der Kranich in die junge
Frau Tsu, um - unerkannt - mit Yohyo leben zu können. Außerdem webt sie für
ihn aus ihren eigenen Federn ein besonderes Tuch: das Tausendfederntuch.
Dieses kostbare Tuch verkauft Yohyo an die Händler Sodo und Unzu, damit er
und Tsu gemeinsam ein sorgenfreies Leben führen können.
Doch Sodo und Unzu wittern ein gutes Geschäft: Sie haben das Geheimnis des verzauberten Kranichs und seines Tausendfederntuches entdeckt und überreden Yohyo, noch mehr Tücher von Tsu herstellen zu lassen. Yohyo lässt sich von deren Geldgier anstecken und zwingt Tsu, noch ein Tuch zu weben, obwohl sie ihn gebeten hatte, kein weiteres Tuch von ihr zu verlangen.
Tsu verlässt daraufhin Yohyo, webt zuvor aber noch zwei Tücher: Das Eine soll Yohyo verkaufen, das Andere behalten zur Erinnerung an ihre gemeinsame Zeit.
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Zur Konzeption
Die Vorgeschichte (Jagd auf den Kranich -
Yohyo pflegt den Kranich gesund - der Kranich verwandelt sich in Tsu - Tsu
begegnet Yohyo) wird durch ein (fast) wortloses, nur von Musik begleitetes
Schattenspiel erzählt.
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Das Doppelwesen Kranich-Mensch ist auf
zwei Personen auf-
geteilt: Tsu als Mensch wird von einer Schauspielerin
gespielt, Tsu als Kranich wird von einer Tänzerin getanzt.
Dabei sind Tänzerin und Schauspielerin immer gemeinsam auf der Bühne: Je nach
dem, ob Tsu ein Kranich oder ein Mensch ist, führt die entsprechende
Darstellerin das szenische Spiel an.
Interessant sind dabei nicht nur die Übergänge zwischen den
"Existenzformen", sondern auch die Brechungen und Spie-
gelungen, die zwischen den Beiden entstehen.
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Als Gegenspieler zur doppelten Tsu
werden die Händler Sodo und Unzu von nur einem Schauspieler dargestellt:
Komisch-grotesk spricht Sodo-Unzu mal schizoid mit sich selbst, mal nutzt
er seine doppelzüngige Rede zum Einlullen seines Gegenübers.
Dabei kann auch immer wieder über Sodo-Unzu gelacht werden - ohne seine
Gefährlichkeit an die Komik zu verraten.
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Münstersche Zeitung
Eine poetische Inszenierung mit einprägsamen, ausdrucksstarken Bildern, die
Schattenspiel, klassisches Theater und Tanz fein miteinander verwebt.
Über eine Stunde lang andächtiges Zuhören und das Fußgetrampel am Schluss
sprachen Bände. Ein Stück, das Regisseur Andreas May durchaus wieder für die
Nominierung des Kinder- und Jugendtheaterpreises NRW verdächtig macht. Mit
"Der glückliche Prinz" aus der vergangenen Spielzeit ist ihm das
ja schon gelungen.
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Westfälische Nachrichten
Das Wolfgang Borchert Theater hat damit ein kleine, feine poetische
Traumstunde für große und kleine Kinder geschaffen. Das Team um Regisseur
Andreas May sorgte für viele strahlende Kinderaugen ...
Wie harmonisch Tanzpassagen und gesprochenes Wort verwoben sind ... - das
macht den Reiz dieser schönen Inszenierung aus. Eine ruhig inszenierte
Parabel über die Liebe und das Vertrauen, die nicht nur kleinen
Theaterfreunden gefallen wird.
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